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| dateLetztes April 25, 2007 |
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Fiddler on the Roof Jubiläumsinterview
ROBERT OSBORNE (TCM Gastgeber): Hi. Ich bin Robert.
Robert: Willkommen. Vielen Dank, dass sie bei uns sind. Heute vor dreißig Jahren fand ein außergewöhnliches Filmevent statt: die mit Spannung erwartete Weltpremiere von „Fiddler on the Roof“ (dt. Anatevka). Die Filmadaption eines beliebten Theater-Musicals die sehr bald zu einem beliebten Film-Musical rund um die Welt wurde. Und um dies zu feiern, werden wir „Fiddler on the Roof“ in einer Stunde zeigen. Aber bevor wir dazu kommen, haben wir eine brandneue Dokumentation über die Entstehung des Films. Sie heißt „Fiddler on the Roof: 30 Years of Tradition“ (dt. Anatevka: 30 Jahre Tradition). Es ist ein tiefgehender Blick auf den Film durch die Augen von einigen der Männer, die ihn gemacht haben, wie Norman Jewison, der den Film produziert und Regie geführt hat. Sie werden auch Chaim Topol sehen und hören, der israelische Schauspieler, der den zentralen Charakter des Films, Tevye, spielt; und Paul Michael Glaser, der in „Fiddler“ sein Filmdebüt gab, indem er den Charakter Perchik spielte; vom Komponisten John Williams, der einen Oscar für die Adaption des Soundtracks gewonnen hat.
(Ein Gespräch über Jewisons Entscheidung, Topol für die Rolle des Tevye zu besetzen beginnt das Interview).
PAUL MICHAEL GLASER: Ich fand es immer interessant, dass Topol Tevye spielte, er tat das von einem israelischen Standpunkt aus. Wenn einer der Mostels oder irgendein anderer die Rolle in der mehr östlich-europäischen jüdischen Tradition spielten, dann war es wie (schaut nach oben): „Warum? Warum?“ Und der Israeli machte es so: „Warum?“ (lacht) Er würde eine Antwort verlangen.
(Ein weiteres Gespräch über Norman Jewison’s Karriere)
PAUL: Oh, er ist wunderbar. Er hat eine wunderbare Neugier. Und er hat einen großartigen Sinn für Humor und ein wunderbares Lachen. Ich weiß, dass ich Norman während dieser Produktion total verrückt gemacht haben muss, weil ich so engagiert und so ernsthaft war und so dringend das Richtige tun wollte.
Wenn sie anfangen, wenn es ihr erster Film ist, und hier haben sie einen Regisseur der in der oberen Liga mitspielt, und er kümmert sich um all die Politik, all das Drama, all die Sachen, die zur Produktion eines Filmes dazugehören, und das ist eine ganze Menge. Es braucht so viele verschiedene Talente um zu versuchen, alle zu verwirklichen und ihr Auge auf dem zu behalten, was sie tun – er war sozusagen hier draußen und ich hier drüben. Also, ich weiß nicht ob ich mehr sagen kann als dass ich Norman sehr respektiere und die Arbeit die er getan hat, und wie sehr ich ihn mochte und ihn immer noch mag.
(Hier beginnen sie eine politische Unterhaltung über die Aspekte von den Dreharbeiten zu „Fiddler on the Roof“ in den 1970er Jahren der Sowjetunion).
PAUL: Wir wurden wegen zu schnellen Fahrens angehalten – sie hatten Radarfallen am Wegesrand – Radarfallen. Also steigt dieser Mann – der Fahrer, der wie Nikita Chruschtschow aussieht – er steigt aus dem Auto aus, geht zum Heck des Autos, fängt an mit dem Polizisten zu reden und dann bricht er den Kofferraum auf und öffnet den Kofferraum. Einige Momente später sagt Topol: „Ich komme gleich zurück“ und steigt aus dem Auto aus und geht nach hinten. Und nach ein paar Minuten wird der Kofferraum wieder zugeknallt, Topol steigt ins Auto ein, der Fahrer steigt wieder ein und ich sage: „Was war denn da los?“ Und Topol sagt: „Nun, es sieht so aus, weißt du, wir werden einen Strafzettel für zu schnelles Fahren bekommen, aber das hängt nicht damit zusammen, dass unser Freund hier ein Offizier des Geheimdienstes ist, richtig?“ Und der Mann lächelte weil er perfekt Englisch verstand. Also hatte er uns ausspioniert. Ich werde das nie vergessen.
BARRY (Erzähler): Anders als im Theater kann die Kamera das Publikum sehr nahe an die Schauspieler heranbringen. Dies führte zu einigen sehr ungewöhnlichen Anforderungen.
PAUL: Norman hatte es sich in den Kopf gesetzt, dass es keine weite Verbreitung von Juden mit blauen Augen gäbe. Also fragte er, ob es mir etwas ausmachen würde, Kontaktlinsen zu tragen um meine Augenfarbe zu ändern. Hatte ich eine Ahnung! Also sagte ich: „Klar, ich mache das.“ In diesen Tagen, wissen sie, hatte eine Kontaktlinse Ähnlichkeit mit einem Glasauge.
(Sie fangen an, über die wundervolle Musik im Film zu sprechen).
PAUL: Ich sage zunächst erst einmal, dass mein Lieblingstitel des Musicals nie mit in das Musical mit aufgenommen wurde. Ich musste das sagen, Norman. Es war ein großartiger Song wo ich vielleicht nicht den besten Job der Welt gemacht habe, als wir ihn vorher aufgezeichnet haben. Und das erste, was ich zu Norman sagte als ich am Drehort auftauchte, war: „Weißt du, wir sollten das noch mal machen. Wir können das machen. Wir können nach London zurückfliegen und das machen. Oder vielleicht haben sie hier ein Studio und wir können es hier machen. Wir können es überall machen. Budapest… wir können nach Budapest gehen. Wir können es besser machen als das. Armer Norman… Also fuhr ich fort, Tage damit zu verbringen… jeden Tag packte ich dieses Ding in meinem Zimmer in meinen Kassettenrecorder und ich hörte zu und spielte es und führte es auf und ich sang es und arbeitete damit, da-da da da. Und letzten Endes wurde es nie in den Film aufgenommen. Es sollte gleich nach Perchiks Heiratsantrag an Hodel stattfinden. (Paul singt ein bisschen) „For the dust and decay will be swept away…“ (Ein kurzes Stück von Paul’s Aufnahme von „Any Day Now“ wird hier eingespielt… besorgt euch die CD, ihr werdet sie lieben!)
(Es folgt ein Gespräch über die weiter anhaltende Wirkung von „Fiddler on the Roof“ und seiner Darstellung von jüdischen Traditionen)
PAUL: Ich meine, er spricht den andauernden Willen und Glauben und die Neugier der menschlichen Natur an, und das… das ist eine Menge.
BARRY: Während er so eine universelle Anziehungskraft hat, ist es unvermeidlich, dass der Film auch einen einmaligen Eindruck auf diejenigen macht, die eine gemeinsame Verbundenheit mit den jüdischen Aspekten der Story haben.
PAUL: Und ich identifizierte mich sehr intensiv damit. Ich meine, ich bin in einer jüdischen Familie großgezogen worden. Der Vater meines Vaters war ein sehr religiöser Mann. Er gründete eine… war einer der Gründer einer Synagoge in Boston. Und mein Vater war… gegen Ende seines Lebens wurde er mehr und mehr religiös. Meine Mutter war Agnostikerin. Aber ich nahm starkes Gefühl von Judentum als historisches und soziales und emotionales Phänomen wahr. Nicht so sehr als ein religiöses oder spirituelles Phänomen. Ob meine Interessen oder meine Konzentration mehr im spirituellen Bereich liegen oder nicht… wenn sie dieses Erbe haben, dann kommen sie nicht umhin, eine emotionale Verbindung zu der misslichen Lage der Juden in Europa zu dieser Zeit und der Verfolgung auf jeder Ebene zu haben. Und hier ist dieser Charakter, den ich gespielt habe, und er war ein eine ganz neue Art zu denken verliebt, wissen sie, ein neuer Weg die Dinge zu sehen und diese soziale Ordnung zu durchbrechen. Natürlich ist das ein universelles Thema, das allen jungen Leuten widerfährt. Wissen sie, sie erreichen einen Punkt und sie sagen „Warum muss es so sein? Warum kann es nicht anders sein?“
(Es folgt eine Unterhaltung über die stets präsente Anziehungskraft der Massen von „Fiddler on the Roof“)
PAUL: Nun, es ist unserer heutigen Zeit schwer, Klassiker zu finden. Wir konsumieren und spucken jeden Tag so schnell so viele Sachen aus, um etwas zu finden das die Fähigkeit hat, Alter, Rasse und Sprache zu überwinden…
ROBERT: Wenn ihnen der kleine Ausschnitt von Paul Michael Glasers „Any Day Now“ gefallen hat, dann haben sie Glück, weil die komplette Aufnahme des Songs in einer Jubiläumsedition des „Fiddler on the Roof“ Soundtracks mit aufgenommen wurde. Es ist eine brandneue CD die jetzt in den Geschäften erhältlich ist und vier bisher unveröffentlichte Stücke von der Filmmusik enthält. Alle 19 Tracks auf der CD sind digital überarbeitet worden, weshalb sie auch sehr gut klingen.
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